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LESEPROBE - 3

 

Absturz der B-17 „Strictly from Hunger“ am 21. Juli 1944

 

Im II. Weltkrieg kam es nachweislich zu über 300 Lynchmorden an alliierten Fliegern, welche bei ihren Bomber- oder Jagdfliegereinsätzen über dem deutschen Reich abgeschossen wurden oder aus anderen Gründen notlanden mussten.

 

 

Entgegen der damals kolportierten Meinung wurde festgestellt, dass es zu spontanen Lynchmorden an abgeschossenen Fliegern vielmehr durch bornierte und fanatisierte NS-Funktionäre gekommen ist, als durch persönlich betroffene Zivilisten, die durch Bomben- und Jagdbomberangriffe Familienangehörige verloren hatten, oder deren Häuser und Wohnungen geschädigt waren.

 

In den meisten bekannt gewordenen Fällen waren es Mitglieder von SA, SS, SD (Sicherheitsdienst), Polizei, Gestapo und in nicht unerheblichem Maße Wehrmachtsangehörige sowie vereinzelt auch Volkssturmmänner, die – wenn sie nicht (blindwütig) selbst Hand an die Pistole legten – ihre Untergebenen ermunterten und aufforderten oder ihnen nahe legten und befahlen (ggf. unter Ausübung von Druck), den oder die Gefangenen zu ermorden.

 

 

So auch am 21. Juli 1944 im Kreis Neustadt/Schwarzwald als durch Kreisleiter Benedikt Kuner und weitere NSDAP-Mitglieder aus Neustadt fünf amerikanische Flieger nach ihrer Gefangennahme in Schollach ermordet wurden. An diesem Tag flog die 8. Amerikanische Luftflotte wieder einen Großangriff auf die süddeutsche Luftrüstungsindustrie. Einer der Bomber wurde so schwer von der Flak beschädigt, dass die Flieger das Flugzeug mit dem Fallschirm verlassen mussten. Nach ihrer geglückten Landung wurden sie noch am selben Tag ermordet.

 

 

Dieser Fall gilt neben einem weiteren Fall, der sich in Weisenbach/Murgtal am 9. August 1944, abspielte, als besonders schwerwiegend, da die Mörder nicht wie sonst oft durch die Bombenangriffe direkt von Zerstörung und Leid Betroffene waren, die im Affekt oder aus Rache agierten, sondern Kraft ihres Amtes als Nazis handelten und die Flieger kaltblütig ermordeten. In Neustadt/Schwarzwald erteilte der Kreisleiter mehreren NSDAP-Mitgliedern den Auftrag, die sicher gelandeten Flieger zu erschießen, in Weisenbach erhielten Zivilisten von einem ortsansässigen Wirt den Auftrag, die in der Umgebung gelandeten Flieger zu suchen und zu töten. Die amerikanischen Flieger wurden daraufhin erschossen oder mit Steinen und mit einem Schraubenschlüssel erschlagen.

 

 

Die Kriegslage hatte sich gegenüber dem 18. März beim Absturz des Bombers in Dittishausen deutlich verschlechtert und war noch aussichtsloser.

 

Zum Verständnis der Gewaltenteilung und der Lage der Kriegsschauplätze wird die Situation hier kurz geschildert.

 

Am Sonntag, den 4. Juni erreichen die Amerikaner Rom, am 4. Juli waren sie bereits am Fluss Po. Am Dienstag, den 6. Juni 1944 (D – Day) landen die Alliierten Streitkräfte an der französischen Küste. Die Operation „Overlord“ beginnt mit der Stürmung der Normandie.

 

Am 26. Juni 44 versuchen die deutschen Truppen aus Minsk auszubrechen, das von Russen umzingelt ist. Der nächtlich geplante Ausbruch scheitert, da die meisten der 58.000 Mann bereits gefallen oder gefangen genommen sind. Am 3. Juli ist Minsk befreit. Am 14. Juli beginnt in Russland die Gegenoffensive gegen die deutschen Truppen in der Ukraine.

 

Die deutsche Kriegsmaschinerie ist schon lange auf dem Rückzug, der Krieg ist endgültig verloren. Dies war zu der Zeit bereits den meisten Offizieren der Wehrmacht bewusst.

 

Am 20. Juli 1944, kurz nach Mittag, explodiert eine Bombe im Konferenzraum von Hitlers Hauptquartier „Wolfsschanze“ in Rastenburg, Ostpreußen. Die Bombe wurde durch Claus Schenk, Graf von Stauffenberg im Führerhauptquartier platziert. Die Verbündeten waren General Beck, Carl Gordeler, Feld Marschall Witzleben und General Halder. Die meisten von ihnen waren entweder Aristokraten oder Katholiken. Viele weitere wussten von dem Komplott – z.B. Rommel, Kluge und Canaris – und standen im ganzen Reich bereit, doch Hitler überlebte. Als bekannt wurde, dass Hitler den Anschlag überlebt hatte, fiel die Verschwörung auseinander. Viele der führenden Attentäter, inklusive Stauffenberg wurden verhaftet und noch in der folgenden Nacht erschossen.

 

Nach dem Scheitern des Attentats auf Hitler am 20. Juli 1944 und der daraus resultierenden Kommandoübernahme beim Ersatzheer und der Heimatarmee durch den Reichsführer der SS, Himmler, ging im Deutschen Reich und auch im Schwarzwald die Polizeigewalt auf die Nazipartei über. Das hatte nur einen Tag später, am 21. Juli 1944 bereits schwerwiegende Folgen. Fünf Besatzungsmitglieder eines amerikanischen Bombers wurden von NSPAP Mitglieder aus Neustadt kaltblütig ermordet.

 

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