ERLEBNISSE EINES BADISCHEN SOLDATEN BEI DEM ZUGE NAPOLEONS NACH MOSKAU IM JAHRE 1812 eine Seite von Rolf Ebnet

ERLEBNISSE EINES BADISCHEN SOLDATEN BEI DEM ZUGE NAPOLEONS NACH MOSKAU IM JAHRE 1812

 

Vaterländischer Krieg

Als Vaterländischer Krieg (russisch Отечественная война) wurde der Krieg zwischen Frankreich unter Napoléon und Russland im Jahre 1812 von Seiten der Russen bezeichnet. Er gilt als Teil des sechsten Koalitionskrieges. Die Bezeichnung Vaterländischer Krieg wurde von der sowjetischen Geschichtsschreibung in Großer Vaterländischer Krieg für den Krieg gegen Deutschland 1941 bis 1945 aufgegriffen. Von Napoleon wurde der Krieg 1812 auch als "Zweiter Polnischer Krieg" bezeichnet

 

Ausgangssituation

Zar Alexander I. von Russland wollte sich Ende 1810 an der von Napoléon verhängten Kontinentalsperre gegen England aus wirtschaftlichen Gründen nicht beteiligen. Diese Entscheidung musste zum Krieg gegen Napoléon führen, da dieser die Kontinentalsperre als einziges Kampfmittel gegen England sah.

 

Am 24. Juni 1812 überschritt Napoléon mit seinen Truppen aus rund 412.000 Soldaten[1], der Grande Armée, die Memel und damit die russische Grenze. Napoléon erwartete einen schnellen Sieg, sein strategisches Ziel war es, die russischen Hauptstreitkräfte zu einer Schlacht zu stellen und möglichst früh vernichtend zu schlagen, so beispielsweise in der Schlacht um Smolensk; doch die russischen Truppen unter der Führung von Barclay de Tolly wichen in die Weiten des Landes aus. Feldmarschall Kutusow löste nach xenophoben Reaktionen auf den Deutschbalten Barclay, dem mit seiner Taktik der verbrannten Erde Widerstand entgegenschlug, diesen an der Spitze des Heeres ab, als dieser Smolensk zerstören ließ. Kutusow stellte sich Napoleon in der Schlacht von Borodino, in der 50.000 Mann auf beiden Seiten ihr Leben ließen. Nach diesem militärischen Patt zogen sich die russischen Truppen zurück.

 

Wendepunkt des Krieges

Im September 1812 erreichten die Franzosen Moskau. Die meisten Einwohner hatten Moskau verlassen, alles Essbare mitgenommen und die Stadt in Brand gesetzt. Die Soldaten der Grande Armée litten unter Hunger und Krankheiten. Der Zar verweigerte Verhandlungen. Mitte Oktober 1812 befahl Napoléon seine Truppen zurück und sah schon das Ende für seine Grande Armée. Fehlender Nachschub, Typhus und Schützengrabenfieber sowie auch die Reitertruppen der Kosaken setzten den französischen Truppen schwer zu. In der Schlacht an der Beresina wurde Napoleons Grande Armee endgültig zerschlagen. Nur 40.000 französische Soldaten übertraten im Dezember 1812 lebendig die preußische Grenze und formierten sich in Magdeburg unter Beauharnais neu.[2] Napoléon war schon vorher nach Paris geflohen, um eine neue Armee aufzustellen.

 

Der Vaterländische Krieg erhielt seinen Namen, weil Russland erbittert gegen die Franzosen auf seinem eigenen Territorium gekämpft hatte. Seine alte und heutige Hauptstadt Moskau (damals war St. Petersburg die Hauptstadt) war das Opfer, um das Land zu verteidigen. Kriege waren in Russland keine Seltenheit, Russland hat selbst auch reichlich Expansions- und Angriffskriege geführt und war dabei meistens der Sieger. In der folgenden Epoche sollte Russland jedoch mehrmals von Westen her massiv angegriffen werden. Der Vaterländische Krieg, der Krimkrieg und der Erste Weltkrieg wurden in ihrer Brutalität und Zerstörungskraft durch den zweiten Weltkrieg in den Schatten gestellt. Deswegen wurde dann auch Russlands opferreicher Verteidigungskrieg gegen Deutschland zum „Großen Vaterländischen Krieg“ deklariert und entsprechend glorifiziert.

 

Für Napoléon war der Vaterländische Krieg der militärisch gravierendste Schritt seines Niedergangs.

 

Carte-Figurative

 


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